von Team

#3

Unser #weeklycamaro #3 entstand 1991, nur ein Jahr vor Camaros Tod. Mit dem abstrakten Gemälde schuf Camaro eine Neuauflage eines Bildes von 1933. In einem zerfließenden, transparenten Farbauftrag entsteht eine abstrakte Schneelandschaft. Die Staffelung der vertikalen und horizontalen Linien und Formen kreiert ein Bildraum, in dem eine schwarze Figur platziert ist.

Das nur noch als Foto erhaltene Gemälde von 1933 erzählt uns mehr: In einer einsamen Landschaft sehen wir zwei Figuren, deren Beziehung zueinander durch die Fußspuren des sich entfernenden Mannes angedeutet ist. Die Frau lehnt gebeugt gegen einen Baum. Die starken Kontraste und Schlagschatten unterstreichen die Emotionalität der Abschiedsszene.
Das Gemälde erzählt zwar von Abschied, aber auch von Camaros ersten malerischen Anfängen – ganz so als wollte Camaro hier noch einmal betonen, dass jedem Ende auch immer etwas Neues innewohne.

Mehr dazu finden Sie auch im Ausstellungskatalog MALER. MENTOR. MAGIER. Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau (deutsche und polnische Ausgabe), erhältlich hier.

[1: Alexander Camaro, Abschied – Winter, 1991, Acryl auf Leinwand © Camaro Stiftung / VG Bild-Kunst, Bonn 2020; 2: Alexander Camaro, Schneelandschaft – Abschied, 1933, heute verschollen, Foto von Paul Reissert © Camaro Stiftung]

 

[EN]

Our #weeklycamaro #3 was created in 1991, one year before Camaro’s death. With this abstract painting Camaro created a new version of a painting from 1933. The melting, transparent color forms an abstract snowy landscape. The staggering of vertical and horizontal lines and shapes creates a pictorial space in which a black figure is placed. The 1933 painting, preserved only as a photograph, tells us more: in a lonely landscape we see two figures whose relationship to each other is indicated by the footprints of the man moving away. The woman leans against a tree. The strong contrasts and drop shadows underline this emotionally depicted farewell scene.

The painting tells of farewell, but also of Camaro’s first attempts at painting – as if Camaro wanted to emphasize that every end also means a new beginning.

Find out more in our exhibition catalog MALER. MENTOR. MAGIER. Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau (in German or Polish), available here.

 

 

 

Weitere aktuelle Ausstellungen in der Camaro Stiftung

Ausstellung
17. April 2026 – 31. Juli 2026
 — Camaro Haus
HEINZ TRÖKES – AUGENREISEN
Vom 17. April bis 31. Juli 2026 zeigt die Alexander und Renata Camaro Stiftung im Camaro Haus die Ausstellung Heinz Trökes – Augenreisen. Als Künstler, Netzwerker und Mitbegründer der legendären Galerie Gerd Rosen schuf Heinz Trökes (1913-1997) 1945 einen Ort in Berlin, an dem die Avantgarde wieder sichtbar wurde und ein neuer geistiger Aufbruch begann. Seine Stimme war in den Debatten der Nachkriegszeit ebenso unverzichtbar wie seine Bilder, die den Hunger nach Freiheit und Weltoffenheit spiegeln. Im Zentrum seines Lebens und Schaffens stand die Erkundung der Welt. Für Trökes war das Reisen kein bloßer Ortswechsel, sondern ein Motor der Erneuerung. Eindrücke, Landschaften, Begegnungen – all dies verwandelte sich in seinem Werk zu farbintensiven, poetischen Bildwelten, die den Mittelpunkt der Ausstellung bilden. Dass sich die Alexander und Renata Camaro Stiftung Trökes widmet, hat auch mit einer frühen Begegnung zu tun, die beide Künstler verbindet. 1946 traf Trökes in der Nähe von Quedlinburg auf Alexander Camaro (1901–1992), erkannte die Nähe ihrer künstlerischen Haltung und verhalf ihm noch im selben Jahr zu seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie Gerd Rosen. Daraus entstand eine lebenslange Verbundenheit. Die Ausstellung lädt dazu ein, Trökes als Reisenden, Impulsgeber und visionären Künstler neu zu entdecken – und die Welt durch seine Augen zu sehen: offen, neugierig, voller Bewegung.   Eintritt frei Eröffnung: Donnerstag, 16.04.2026, 18.00 UhrCamaro HausPotsdamer Str. 98 A10785 Berlin+49 (0)30. 263 929 75MehrTeilenTermin speichernHeinz_Trökes_Augenreisen_keyvisual