von anja

#10

In „Luftschaukel“ setzt sich Alexander Camaro mit der Darstellung von Bewegung auseinander. Mädchen schwingen mit Leichtigkeit auf zwei Luftschaukeln hin und her. Der Eindruck von Geschwindigkeit und Bewegung entsteht durch angedeutet wehende Haare und leicht flatternde Gewänder der Figuren sowie durch den schnellen und zugleich präzisen Pinselduktus des Künstlers.

Alexander Camaro griff das Motiv der Luftschaukel in seiner intensiven Schaffensperiode nach Kriegsende 1946, sowie in seinem Spätwerke ab 1980 wiederholt auf. Die malerische Herausforderung in der Darstellung von Bewegung und  persönliche Erinnerungen aus dem Lunapark Camaros vereinen sich in den „Luftschaukel“-Kunstwerken.
Sowohl „Luftschaukel“ von 1946 als auch von 1986 sind aktuell in der Ausstellung „Alexander Camaro zum 120. Geburtstag“ in der Camaro Stiftung zu sehen.

[Alexander Camaro, Luftschaukel, 1946, Tempera auf Karton, 72,8×48,4cm ©Camaro Stiftung / VG Bild-Kunst Bonn]

[EN]

„Air swing“, our #weeklycamaro #10, content the motif of movement. With ease girls swing forth and back on two swings. The impression of speed and movement from the figures with their slightly blowing hair and fluttering robes are clarified by the artist’s fast and at the same time precise brushwork.
Camaro repeadetly took up the motif of the air swing in his intensive creative period after the end oft he war in 1946, as well as in his late works from 1980 onwards. Both the painterly challenge of depicting movement and personal memories from the Lunapark are combined in Alexander Camaro’s various „air swing“- artworks.

Both,  „air swing“ from 1946 and 1986, are currently seen in the exhibition „Alexander Camaro on his 120th birthday“ in the Camaro House.

 

Weitere aktuelle Ausstellungen in der Camaro Stiftung

Ausstellung
19. April 2024 – 26. Juli 2024
Die Kraft der Melancholie. Alexander Camaro und Seelenverwandte
Vernissage: 18.04.2024 um 18 Uhr Eine Ausstellung mit Arbeiten von: Hermann Bachmann, Kurt Bunge, Alexander Camaro, Werner Heldt, Karl Hofer, Ulrich Knispel, Curt Lahs, Oskar Moll, Paul Strecker, Horst Strempel und Mac Zimmermann.   Melancholie ist ein Gemütszustand – angesiedelt irgendwo zwischen Traurigkeit und Träumerei. Sie kommt und geht und ist etwas vom Schönen im Leben – etwas, das kreativ machen kann. Dieser besonderen Atmosphäre geht die Ausstellung nach, indem sie Werke zeigt, die von einem besonderen melancholischen Kolorit zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit geprägt sind. Alexander Camaro wurde immer wieder als großer Melancholiker bezeichnet, sein Schaffen als seltener Sonderfall betrachtet. Im westlichen Nachkriegsstaat blieb er mit seinen gegenstandsbezogenen Bildern in den Augen der Kunstkritik lange eine „interessante Ausnahme, ein distinguiertes Überbleibsel“ (Anthony Thwaites, 1961) der Zwischenkriegsmoderne. Der Blick auf das künstlerische Schaffen der Stadt Halle (Saale), ihrer renommierten Kunsthochschule Burg Giebichenstein und dem Neuaufbau der bedeutenden Sammlung des Kunstmuseum Moritzburg nach 1945, wirft ein neues Licht auf diese Sonderrolle, die sich Alexander Camaro in Berlin zunächst nur mit gegenständlich arbeitenden Künstlern wie Werner Heldt und Karl Hofer teilte. Bereits im Jahr 1947 erwarb das Kunstmuseum Moritzburg Gemälde von Alexander Camaro. Durch den Erwerb seiner Werke, aber auch von Arbeiten Horst Strempels, Werner Heldts, Curt Lahs‘ und Karl Hofers, entstand eine Stimmung innerhalb der Sammlung, die mit dem Begriff der Melancholie beschrieben werden kann und später das Kunstschaffen in der Saalestadt maßgeblich beeinflusste. Für die ausgestellten Maler aus dem Kreis und Umfeld der „Halleschen Schule“, Hermann Bachmann, Kurt Bunge oder Ulrich Knispel, überwog nach 1945 allerdings nur für kurze Zeit die künstlerische Freiheit und Selbstbestimmung – ein Klima, das zu einem besonderen Stimmungsbild ihrer Malerei – und gewissermaßen zu einer Seelenverwandtschaft mit Alexander Camaro führte. Kuratiert wurde die Ausstellung von Matthias Rataiczyk, Leiter Kunsthalle „Talstrasse“, Halle (Saale) und Dr. Anna Krüger, Camaro Stiftung, Berlin.   anschließend findet unser Aperitivo statt. (Weitere Informationen dazu folgen in Kürze)   *Durch die Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich mit der möglichen Veröffentlichung von Bildmaterial, auf dem Sie abgebildet sind, einverstanden.*  MehrTeilenTermin speichern