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Ausstellung

Künstlerinnen um Alexander und Renata Camaro: 3. Teil – Jadwiga Falk-Ley

Eine Lebenscollage in Farbe, Jadwiga Falk-Ley

27. März 2016 – 16. Mai 2016Camaro Haus, Potsdamer Str. 98 A, 10785 Berlin

Die Ausstellungstrilogie zeigt Werke von Künstlerinnen, die alle drei in einer engen, aber sehr unterschiedlichen Beziehung zu den Personen und der Kunst von Alexander und Renata Camaro stehen.

 

Triologie, 3. Teil

Jadwiga Falk-Ley

„Meine Kindheitserinnerungen an die leuchtenden Farben blühender Sommerwiesen prägen meine Arbeit bis heute.“

 

Begleitveranstaltung
Jadwiga Falk-Ley zu Leben und Werk im Gespräch mit
Dr. Ursula Prinz
Donnerstag, 16. April 2015, 19 Uhr
Camaro Haus, Berlin

 

Eine Lebenscollage in Farbe
Jadwiga Falk-Ley

Die Ausstellung zeigt das lebendige und farbige Werk der Künstlerin, seit 1982 entstandene großformatige Collagen, die aus selbst bemalten Papieren, aber auch aus Vorgefundenem und unterschiedlich strukturierten Materialien zusammengesetzt sind. Klar konturierte, oft geometrische Formen charakterisieren die häufig in symmetrischer Anordnung komponierten Bilder.
Zahlreiche Anspielungen auf heutige, aber auch sehr persönliche Themen, sowie Reminiszenzen an die Vergangenheit und Jugend von Jadwiga machen das Werk für den heutigen Betrachter zum lustvollen und geistigen Erlebnis. Einflüsse von Mode und Design lassen die Nähe zu Kunstformen unserer Tage deutlich hervortreten. In ähnlicher Art bemalte Gänseeier sind eine spielerische Ergänzung.

1930 als einzige Tochter von Alexander Camaro und der Tänzerin Gisa Ley geboren, durchlebt sie eine schwierige Jugend. Die Eltern sind auf Tanztournee oder müssen sich vor den Nationalsozialisten verstecken. Von der Großmutter aufgezogen, kann sie als Tochter einer jüdischen Mutter während der Nazizeit nur sporadischen Schulunterricht wahrnehmen. Nach der Deportation der Großmutter 1942 beginnt eine Wanderschaft durch Kinderheime. Sie erlebt eine dramatische Flucht und ist weitgehend auf sich selbst gestellt. Eine kurzes Studium an der Berliner Hochschule für bildende Künste und das Erlernen der Weberei bilden die Grundlage für ihre persönliche Entwicklung und für einen beruflichen Erwerb. Immer unterwegs in Europa, sind ihr erst in Liechtenstein, wo sie seit 1960 lebt, bessere Lebensumstände vergönnt. Nach dem Verlust ihres Mannes 2001 beginnt eine neue Schaffensphase, in der die großformatigen Collagen dieser Ausstellung entstehen.

Weitere aktuelle Ausstellungen in der Camaro Stiftung

Ausstellung
 — Camaro Haus
Alexander Camaro – LunaparkSchaubühne, Budenzauber und Vergnügungswelt
Aufgrund der Corona-Beschränkungen bleibt das Camaro Haus vorerst geschlossen. Die Ausstellung „Alexander Camaro – Lunapark. Schaubühne, Budenzauber und Vergnügungswelt“ pausiert daher ebenfalls bis auf Weiteres und wird nach dem Ende der Beschränkungen wieder für Sie zu sehen sein.   Der interdisziplinär arbeitende Künstler Alexander Camaro (1901–1992) hinterließ ein umfängliches Werk rund um die Welt der Rummelplätze und Vergnügungsparks. Es ist eine Welt, die er aus seiner Jugend in Breslau kannte, wo er mit Schaustellern, Musikern, Artistinnen und Artisten aus dem Umfeld des Lunaparks in Kontakt kam, und die für ihn auch später im Nachkriegsberlin nichts an Faszinationskraft verlor. Camaros Blick ist so eigenwillig wie einzigartig. Seine Bilder und Texte erzählen von der traurig-schönen Wahrheit der Bühnen und Buden, aber auch von verlassenen Festplätzen und der Vereinzelung des Menschen: Freude und Verklärung, Schmerz und Trauer fließen zusammen. Steht bei Camaro der Lunapark als Chiffre für eine unwiederbringliche Zeit? Ist es die Wehmut an unbeschwerte Kindheitstage und die Jugend, die sich dann später mit Erlebtem und Erlittenem der Kriegszeiten mischt und in den Berliner Nachkriegsjahren durch Unsicherheit und Desillusion ihren Ausdruck sucht? Und was bedeutet er, der Lunapark, für uns im 21. Jahrhundert: für uns Berlinerinnen und Berliner? Was ist für uns heute an diesem Bild – oder besser noch: gerade jetzt – aktuell, bewegend oder gar berührend? Alexander Camaro vertrat die Auffassung, dass die Schaustellerzunft und das Artistentum – ob ihrer freien Haltung und ihres körperlichen Einsatzes – einen eigenen und unantastbaren künstlerischen Ausdruck haben. So möchte die Ausstellung im Camaro Haus mit einer persönlich erzählten Geschichte außerdem auf die Lage besonderer sozialer Gruppen und womöglich verschwindenden Kulturen aufmerksam machen, deren Existenz es aktuell zu wahren gilt.   Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog im be.bra-Verlag, erhältlich zum Preis von 25,– €. Zum Katalog geht es hier.Camaro HausPotsdamer Str. 98 A10785 Berlin+49 (0)30. 263 929 75MehrTeilenTermin speichern