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Vortrag

Melancholie in der Halleschen Malerei und Grafik der Nachkriegsjahre

Donnerstag, 27. Juni 2024, 17:00 Uhr

Foto: Michael Deutsch, Ausschnitt © Kunsthalle „Talstrasse“

Ein Vortrag von Dr. Dorit Litt

 

In den unmittelbaren Nachkriegsjahren gab es in der Stadt Halle (Saale) eine der vitalsten
Kunstszenen in Deutschland, die hervorragende Leistungen vor allem auf dem Gebiet der Malerei
und Grafik vorzuweisen hatte. Junge, hoffnungsvolle Talente konnten sich zunächst in und im
Umfeld der Kunstschule Burg Giebichenstein frei entwickeln.

Im Rückblick auf die Besonderheiten der damaligen, melancholisch gefärbten Malerei, die noch
lange in Halle nachwirkte, festigte sich in der Kunstgeschichte der Begriff „Hallesche Schule“. Der
Vortrag von Dr. Dorit Litt widmet sich der Frage, wer und was die „Hallesche Schule“ besonders
prägte.

 

Dr. Dorit Litt (geb. 1959) lebt und arbeitet als freiberufliche Kunsthistorikerin seit 1994 in Bonn.
Zuvor war sie an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle tätig. Seitdem beschäftigt sie
sich u.a. mit der Modernerezeption in der deutschen Malerei der Nachkriegsjahre.

Weitere aktuelle Ausstellungen in der Camaro Stiftung

Ausstellung
19. April 2024 – 26. Juli 2024
Die Kraft der Melancholie. Alexander Camaro und Seelenverwandte
Vernissage: 18.04.2024 um 18 Uhr Ausstellungsdauer: 19.04.-26.07.2024   Eine Ausstellung mit Arbeiten von: Hermann Bachmann, Kurt Bunge, Alexander Camaro, Werner Heldt, Karl Hofer, Ulrich Knispel, Curt Lahs, Oskar Moll, Paul Strecker, Horst Strempel und Mac Zimmermann.   Melancholie ist ein Gemütszustand – angesiedelt irgendwo zwischen Traurigkeit und Träumerei. Sie kommt und geht und ist etwas vom Schönen im Leben – etwas, das kreativ machen kann. Dieser besonderen Atmosphäre geht die Ausstellung nach, indem sie Werke zeigt, die von einem besonderen melancholischen Kolorit zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit geprägt sind. Alexander Camaro wurde immer wieder als großer Melancholiker bezeichnet, sein Schaffen als seltener Sonderfall betrachtet. Im westlichen Nachkriegsstaat blieb er mit seinen gegenstandsbezogenen Bildern in den Augen der Kunstkritik lange eine „interessante Ausnahme, ein distinguiertes Überbleibsel“ (Anthony Thwaites, 1961) der Zwischenkriegsmoderne. Der Blick auf das künstlerische Schaffen der Stadt Halle (Saale), ihrer renommierten Kunsthochschule Burg Giebichenstein und dem Neuaufbau der bedeutenden Sammlung des Kunstmuseum Moritzburg nach 1945, wirft ein neues Licht auf diese Sonderrolle, die sich Alexander Camaro in Berlin zunächst nur mit gegenständlich arbeitenden Künstlern wie Werner Heldt und Karl Hofer teilte. Bereits im Jahr 1947 erwarb das Kunstmuseum Moritzburg Gemälde von Alexander Camaro. Durch den Erwerb seiner Werke, aber auch von Arbeiten Horst Strempels, Werner Heldts, Curt Lahs‘ und Karl Hofers, entstand eine Stimmung innerhalb der Sammlung, die mit dem Begriff der Melancholie beschrieben werden kann und später das Kunstschaffen in der Saalestadt maßgeblich beeinflusste. Für die ausgestellten Maler aus dem Kreis und Umfeld der „Halleschen Schule“, Hermann Bachmann, Kurt Bunge oder Ulrich Knispel, überwog nach 1945 allerdings nur für kurze Zeit die künstlerische Freiheit und Selbstbestimmung – ein Klima, das zu einem besonderen Stimmungsbild ihrer Malerei – und gewissermaßen zu einer Seelenverwandtschaft mit Alexander Camaro führte. Kuratiert wurde die Ausstellung von Matthias Rataiczyk, Leiter Kunsthalle „Talstrasse“, Halle (Saale) und Dr. Anna Krüger, Camaro Stiftung, Berlin.       *Durch die Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich mit der möglichen Veröffentlichung von Bildmaterial, auf dem Sie abgebildet sind, einverstanden.*  MehrTeilenTermin speichern